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14. März 2017 / denkendermensch

Waffenverbot

Waffen sind Instrumente des Todes. Sie bringen nur Unheil und Leid den Menschen. In jener Hinsicht gibt es keinen Grund gegen ein Waffenverbot zu sein. Das Problem an der ganzen Sache ist aber, dass Waffen weder generell verboten werden, noch dass die generelle Produktion beendet wird. Dies wirkt sich nämlich in einer äusserst gefährlichen Weise aus. Waffen bedeuten auch Macht und gerade wer keine Waffen hat, ist der Willkür jener mit Waffen ausgeliefert. Nur wenn jeder gleichlange Spiesse hat, kann die Konzentration von Macht verhindert werden. Ein Staat ohne Waffen hat keine Chance in einem bewaffneten Krieg. Ebenfalls kommen Kriminelle immer zu ihren Waffen, solange es irgendwo Waffen gibt, schliesslich halten sie sich per Definition nicht an die Gesetze und so unter anderem auch nicht ans Waffenverbot.

Beide Situationen lassen nur einen Schluss zu. Wenn andere Staaten oder Kriminelle die Souveränität oder Rechtsordnung eines Staates mit Waffen verletzen, braucht mindestens die Staatsverteidigung ebenfalls Waffen. Der Staat braucht also sozusagen Waffen für Armee und Polizei. Jetzt wäre man in jener Situation, die der Staat mit dem Waffenverbot erreichen will. Der Staat hat das alleinige Monopol für den Waffengebrauch und kann sich so nach aussen gegen andere Staaten und nach innen gegen Kriminelle schützen.

Wenn man aber bereits von einer mangelhaften Welt ausgeht, in der der Staat von aussen und innen bedroht wird, so darf man nicht denken, dass der Staat selber mangelfrei ist. Schliesslich entsteht dadurch ein gleiches Machtungleichgewicht im Staat selber. Der Bürger wird dadurch der Macht des Staates und der Kriminellen ausgeliefert. Man könnte denken, dass der Staat die Bürger vor den Kriminellen schützt und so diese Machtungleichheit ausgleicht. Bei einem perfekten Staat stimmt dies, aber den gibt es nicht. Und selbst wenn man die Macht zwischen Kriminellen und Bürgern irgendwie anders ausgleichen kann, so bleibt doch das gewichtigere Problem erhalten.

Das Verhältnis zwischen Staat und Volk kann durch diese Machtungleichheit beeinträchtigt werden. Man erinnere sich nur an die Worte grosser Revolutionäre, die alle Macht für das Volk forderten. Auf der gleichen Idee basieren sämtliche demokratischen Systeme. Das Volk soll die Macht über den Staat haben. Um dieses Recht zu erlangen, kämpfte das Volk mit Waffengewalt gegen den Staat und war siegreich. Nimmt man dem Volk aber nun die Waffen weg, so bietet man dem Staat jede Möglichkeit sich erneut über das Volk zu erheben. Ein Volk ohne Waffen ist einem bewaffneten Staat ausgeliefert, insbesondere dann wenn die rechtsstaatlichen Wege durch den Staat selber verunmöglicht werden. Solange der Staat Waffen hat, braucht auch das Volk Waffen. Natürlich hat das Volk andere Wege sich gegen den Staat zur Wehr zu stellen. Aber die Waffen sind das letzte Mittel jedes demokratischen Volkes seinen Willen gegen den Staat durch zusetzen. Solange ein Staat Waffengewalt hat, braucht das Volk ebenfalls Waffen, um ein Missbrauch dieser Gewalt zu verhindern.

Leider scheint bis heute das einzige Mittel gegen Waffengewalt Waffen zu sein. Jede Form der waffenlosen Konfliktlösung sollte bevorzugt werden, aber solange nur eine Partei Waffen hat, solange hat diese Partei Macht über alle anderen Parteien. Will man wirklich wirkungsvoll eine Entwaffnung der Welt, so müssten zunächst die Entwicklung und der Export von Waffen beendet werden. Dann sollten die schweren Waffen, wie Atomwaffen, global beseitigt werden, bevor man sich Drohen und Fahrzeugen und ganz am Ende Gewehren und Pistolen widmen kann.

In dem Sinne darf in einer mangelhaften Welt, in welcher jeder bewaffnet ist, der nicht bewaffnet sein sollte, dem Bürger nicht seine Waffe verboten werden, denn dies ist sein einziger Schutz gegen die Willkür und Waffengewalt anderer. Natürlich soll man mit der Waffe vernünftig umgehen und sie nur dann als letztes Mittel einsetzen, wenn der Staat versagt. Missbrauch wird es immer geben, aber man kann nicht wegen eines Fehlverhaltens alle anderen bestrafen und an die Leine legen. Und falls der Staat Angst vor den Bürgern hat, respektive glaubt sie seinen nicht verantwortungsbewusst, dann ist das seinem Fehlverhalten entsprungen.

F.J.D.

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