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28. September 2015 / denkendermensch

Die Illusion der Energiewende

Die ganze Energiewende ist eine Illusion, ein Traum, der mit der heutigen Gesellschaft nicht realisierbar ist. Energiewende bedeutet den Wandel weg von fossilen Brennstoffen und weg von atomarer Energie. Woher soll also die Energie kommen? Genau diese Frage scheint niemand vollständig beantworten zu können. Zukünftig sollten Solar- und Windenergie nebst der Wasserkraft die Stromversorgung sicherstellen. Das bedeutet aber, aus diesen Energiequellen muss soviel Energie gewonnen werden, dass mindestens die heutigen Anteile an nicht erneuerbaren Energien kompensiert werden müssen. Ob das möglich ist, scheint zweifelhaft, aber selbst wenn es möglich ist, so stellen sich da weitere Fragen bezüglich der Versorgungssicherheit. Sonne und Wind sind nicht immer da, wenn man sie braucht. Speichern kann man Elektrizität auch nur äusserst beschränkt. Was macht man bei 7 Tage Regen? Wenn es Wind hätte, würde der Regen sich verziehen, wenn keine Regenwolken da wären, könnte Solarstrom produziert werden. Die deutsche Alternative in der Stromversorgung ist, Kohlekraftwerke anzuschalten, aber ich glaube nicht, dass dies der Sinn der Übung gewesen sein sollte. Solange Strom nicht in grösseren Mengen speicherbar ist, ist es fahrlässig, wetter- und tagesabhängigen Strom produzieren zu wollen, um damit die Grundversorgung sicherzustellen. Eine Spekulation auf die Entwicklung kann enorm nach hinten gehen.

Ein Wort, dass in diesem Zusammenhang immer wieder fällt, ist Energieeffizienz. Auch das ist so ein Irrglaube, bei dem man glaubt, nur durch effizientere Geräte eine grosse Menge an Energie zu sparen. Natürlich kann man mit neuen Geräten, die weniger Energie verbrauchen, ein wenig Energie sparen, aber das macht den Braten auch nicht dicker. Ökologisch gesehen macht es dann oftmals nicht einmal Sinn, schliesslich würde das alte Gerät noch funktionieren. Was aber oftmals vergessen wird, es braucht auch Energie zur Herstellung, Lagerung, Distribution und schlussendlich zur Entsorgung. Und diese Ganze Energie könnte man eventuell einsparen, wenn man das alte Gerät bis zum Lebensende nutzt. Da spielt die kleine Energieeinsparung durch das neue Gerät keine wesentliche Rolle. Vergessen werden dürfen auch die Ressourcen nicht, denn jedes neue Gerät verbraucht Ressourcen in der Herstellung. Nachhaltige Ressourcennutzung ist eben nur dann gegeben, wenn man die Sache bis zum Lebensende verwendet.

Aber bekanntlich ist dies nicht im Sinne der Wirtschaft, sie will ja möglichst oft dem gleichen Bürger das gleiche Produkt verkaufen. Auch der Bürger selber scheint nicht wirklich Interesse an Nachhaltigkeit oder der Energiewende zu haben. Ein Beispiel, das dies bestens illustriert, ist das Smartphone. Zunächst werden diese Geräte alle zwei Jahre ausgetauscht. Dass dies eine völlige Verschwendung von Ressourcen ist, scheint eigentlich offensichtlich zu sein. Dann soll das gesamte Leben aus diesem Gerät gesteuert werden. Also Bezahlen, Lichtsteuerung, Termine, Kommunikation uvm. soll mit dem Smartphone gemacht werden. Und gerade hier, mit diesem massiven Energiesparpotential, scheint niemand Energie sparen zu wollen. Eine Bargeldzahlung braucht keine Elektrizität, Licht mit einem gewöhnlichen Schalter anzuschalten braucht keine zusätzliche Elektrizität, eine handschriftliche Agenda für Termine braucht keine Elektrizität, Kommunikation von Angesicht zu Angesicht braucht keine Elektrizität, viele dieser vermeintlich digitalen Fortschritte verbrauchen mehr Energie, als ihre genauso einfachen analogen Pendants. Da die Entwicklung der Gesellschaft noch stärker digitalisiert werden soll, so ist ein steigender Energieverbrauch unvermeidlich. Und dies ist in keinster Weise kompatibel mit der Energiewende.

Dann kommt noch die Zuwanderung hinzu. Jeder weitere Mensch verbraucht eine Menscheneinheit Energie zusätzlich. Da spielt es dann auch keine grosse Rolle, wenn diese Einheiten um einen Teil reduziert werden. Mehr Menschen bedeuten mehr Konsumenten und Nachfrager von Energie. Wenn dann jährlich eine ganze Stadt zuwandert, dann muss diese ganze Stadt neu mit Energie versorgt werden. Spätestens hier in dieser Entwicklung muss man sich selber eingestehen, dass man so national keine Energie einsparen kann und so unweigerlich in eine Energieunterversorgung gerät, insofern man nicht neue fossile oder atomare Kraftwerke baut. Nicht zu vergessen bleibt auch die Infrastruktur, welche deshalb unweigerlich ausgebaut werden muss, was auch zu mehr oder schwereren Zügen führt, welche somit auch mehr Energie verbrauchen. Dazu kommt zugleich die Entwicklung zum Elektroauto. Jedes Elektroauto braucht zwar kein Benzin, aber zugleich ist jedes Elektroauto eine Mehrnachfrage nach Elektrizität.

Für eine erfolgreiche Energiewende braucht es also zunächst spekulativen Erfolg bezüglich der Speicherung von Elektrizität. Anschliessend muss die bisherige Versorgung aus Atomstrom vollständig kompensiert werden und zugleich muss die zukünftige Mehrnachfrage auch noch abgedeckt werden. Und dies soll mit Windrädern, die sich auch negativ auf die Umwelt auswirken, mit Solarzellen, welche schmutzig in der Herstellung sind und mit Wasserkraft, welche beschränkt ausbaubar und für Fische gefährlich sind, geschehen. Aber von einem ökologischen und sparsamen Konsumverhalten spricht niemand, schliesslich kann damit die Wirtschaft kein Geld machen.

Wenn man nicht wüsste, dass die Politik ihre eigenen Ziele verfolgt, käme man sich bei der aktuellen Energiepolitik ziemlich verarscht vor.

F.J.D.

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