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5. Dezember 2014 / denkendermensch

Wahnsinn des modernen heidnischen Lichtfests

Weihnachten hat nachweislich nichts mit der Geburt Jesus zu tun. Vielmehr wurde sein Geburtsfest mit dem heidnischen Lichterfest zur Wintersonnenwende gleichgesetzt. Vermutlich sollten die Heiden so auch festlich ins Christentum einbezogen werden. Daraus haben sich dementsprechend auch die Bräuche entwickelt, also beispielsweise, die beleuchtete Tanne.

Das Fest hat also definitiv nichts mit einer anerkannten Religion zu tun. Und obwohl sich viele dies bewusst sind, feiern sie trotzdem. Dies eben vielleicht, weil es oftmals als das Fest der Liebe bezeichnet wird. Ein Fest, an dem die Liebe zu den Menschen in den Vordergrund geschoben wurde, das ist doch eine gute Sache. Man wird offener und grosszügig gegenüber Armen oder sozial tätigen Organisationen. Es ist also doch eine gute Sache. Nur blöd, dass die Weihnachtszeit nur während eines Monats im Jahr stattfindet. Also die Grosszügigkeit und Offenheit für die Ärmsten Menschen der Gesellschaft beschränkt sich oftmals lediglich auf diese Zeit im Jahr. Dementsprechend mangelt es für den Rest des Jahres an der Grosszügigkeit gegenüber den bedürftigen Menschen.

Eine andere wesentliche Ausprägung die Weihnachten mit sich bringt, ist das Beisammensein mit Familien und Freunden. Oftmals ist dies auch die einzige Chance im Jahr wirklich in der Familie zusammen zu sein, sich auszutauschen und die Neuigkeiten zu verbreiten. Es ist ein Fest also feiert man zusammen, geniesst die Zeit und das Beisammensein.

Es stellt sich aber die klare Frage warum macht man dies nur einmal im Jahr? Bedürftige Menschen sind das ganze Jahr bedürftig. Die familiären Beziehungen gehören das ganze Jahr gepflegt. Liegt es vielleicht daran, dass Weihnachten im dem Sinn eine Chance bietet, das zu machen, was richtig ist? Es stellt sich dann aber die Frage, warum man dies nicht während des ganzen Jahres macht. Sich und seine Mitmenschen gegenseitig zu lieben, das ist doch was Schönes. Es ist eine positive Alternative zu dem oftmals trüben Alltag. Aber warum ändern wir dann nicht unseren Alltag, um über das ganze Jahr unseren Mitmenschen zu helfen und über das ganze Jahr mit der Familie zusammen zu sein?
Hat der Mensch keine Zeit, weil er sein Leben verplant hat und sich keine Lücke öffnen lässt? Oder traut sich der Mensch nur einmal im Jahr, wenn es alle anderen auch tun, sich endlich seiner Verantwortung bewusst zu werden? Ist es eine gesellschaftliche Krankheit, dass man wegen Beruf, Hobby und Haushalt während des ganzen Jahres nur einmal Zeit für die Mitmenschen findet?

Müsste man vielleicht dem Weihnachtsfest sogar seine Liebe absprechen, weil es eben dafür sorgt, dass sich diese nur einmal im Jahr kanalisiert äussert, statt während des ganzen Jahres immer wieder auszufliessen? Es ist aber durchaus auch möglich, dass dies eben auch der letzte Ausweg aus dem gewöhnlichen Alltag ist, für den man sich verschrieben hat. Sozusagen als eine Tabuzeit für den Arbeitgeber, welcher seiner Arbeiter am liebsten auch zu dieser Zeit ausbeuten würde. Vielleicht bietet diese Zeit dem Menschen eben auch die Chance, sich selbst zu sein und sich zu erholen und sich seiner Verantwortung wenigstens ein wenig bewusst zu werden. Würde sich die Gesellschaft ändern und sich über das ganze Jahr für die Mitmenschen einsetzen, dann könnte man durchaus von einer wirklichen gesellschaftlichen Verbesserung sprechen. Ein wenig Nächstenliebe im Jahr würde dem trist grauen, stressigen Alltag um einiges verschönern.

Aber das Weihnachtsfest hat noch andere weitere Aspekte, die einem dann doch an der rationalen Vernunft der Menschen zweifeln lässt.

Zunächst kommt die Geschenke Besessenheit. Viele verschiedene Gegenstände von verschiedenem Wert müssen gekauft werden, müssen verpackt werden, müssen verschenkt werden und müssen dann dem Beschenkten gefallen, um diesem die eigene Liebe mitzuteilen. Da soll mal jemand sagen, dass Liebe eben nicht käuflich ist. Natürlich ist sie das nicht, aber diese Besessenheit anderen materielle die Liebe zu kaufen ist gesellschaftlich stark verwurzelt. Vor allem geht hier die Entwicklung in die Richtung, dass es immer teurer und ausgefallener werden soll. Der Wahnsinn scheint keine Grenzen zu haben. Und die Industrien stehen mit dicken Dollarzeichen in den Augen da. Sie sehen den gesellschaftlichen Konsumwahn und möchten die Kunden ihn ihrem Weihnachtswahn noch weiter melken. Das Weihnachtsgeschäft ist ja heute teilweise existenziell wichtig, nur damit kann in der Jahresrechnung überhaupt noch Gewinn erzielt werden. Die ganzen Verkaufsgeschäfte richten sich im Jahr nur noch aufs Weihnachtsgeschäft aus (Das stimmt nicht ganze bereits an Ostern baut sich ein genauso verrückter Verkaufswahn auf.). Dementsprechend liess sich die Entwicklung feststellen, dass der Weihnachtsverkauf immer früher begonnen wurde, damit der Mensch bereits weit vor Weihnachten in dem Weihnachtswahn verfällt und bereits weit von Weihnachten in Kaufrausch verfällt.
Der Wahnsinn unserer kranken Konsumgesellschaft ist zu keiner anderen Zeit im Jahr dermassen ausgeprägt. Denn oftmals ist eben gerade dieses Fest der Grund, warum man diesem Wahn auch verfällt. Dazu kommt dann auch der ganze Wahn nach der Dekoration. Dass man dekoriert ist jedem Menschen selber überlassen. Primär ist dem auch nichts auszusetzen. Aber sekundär kommt halt auch die Weihnachtsbeleuchtung hinzu.

Viele Menschen predigen, Energie zu sparen. Viele sind unter anderem gegen Atomkraftwerke, Kohlekraftwerke und anderen dreckigen Energieproduktionen und das mehr als begründet. Wenn man aber weniger Kraftwerke will/hat, kann man auch nur noch weniger Energie brauchen, respektive nutzen. Dies scheinen aber die wenigsten Leute wirklich zu verstehen. So ist vor allem die grüne Politik darauf ausgelegt, möglichst jede Energieproduktion abzuschalten, weil diese die Umwelt gefährdet. Dabei beachten sie aber nicht, dass es somit zu einem Energiemangel kommt, weil die wenigsten dazu bereit sind, ihren Energieverbrauch derart stark zu reduzieren. Und selbst wenn der Energieverbrauch reduziert werden würde, so würde das zugleich erfolgende Bevölkerungswachstum mehr Energie benötigen, als dass bisher eingespart wurde. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Energieverbrauch nur in den seltensten Fällen tatsächlich reduziert wird und wenn, dann oftmals nur in unwesentlichen Mengen.

Aber faktisch gibt es eben gerade zur Weihnachtszeit viele unnötige Lichtdekorationen, die unnötig viele Energie zusätzlich verschwenden. Viele Menschen scheint es egal zu sein, dass sie mit ihren Lichtern noch mehr Energie verbrauchen. Problematisch ist da vor allem die Kumulation mit dem bereits erhöhten Energieverbrauch durch gewöhnliches Licht während der dunkleren Jahreszeit und der intensiven Nutzung der Heizung während der kälteren Jahreszeit. In dem Kontext spielen auch die Schaufenster von Läden oder die Weihnachtsbeleuchtung auf der Strasse eine grosse Rolle, denn dadurch werden grössere Mengen Energie tatsächlich verschwendet. Die Strassenlampen brennen so oder so, also gibt es keinen Grund für die weitere Nutzung von Energie, für unnötige weitere Lichterzeugung, denn mehr Licht, also eine wesentlich grössere Helligkeit, wird nicht erreicht. Relevant dabei ist aber auch die völlig ineffiziente Erzeugung von Licht, denn statt einer starken effizienten Lampe, werden Tausende ineffiziente Lampen genutzt. Aber gerade hier mit diesem Energieverschwendungspotential, müsste die Energieverschwendung angepackt werden, denn es gibt wohl kaum offensichtlichere Phänomene.

Hinzu kommt dann natürlich auch das Weihnachtsessen. Die meisten Menschen, deren Gewicht nicht unabhängig von der Nahrungsmenge konstant bleibt, nehmen über Weihnachten zu. Es wird also mehr gegessen also sonst. Zum einen kommen die reichhaltige Nahrung und dann aber auch die vielen Süssigkeiten respektive Gebäcke. Nur an Nahrung wird also um einiger verzehrt. So wird oftmals auch für die Armen ein Festmahl aufgetischt. Dies lässt zwei verschiedene Vermutungen zu. Entweder wird viel vorproduziert, damit man die Menge bewerkstelligen kann (so wie es auch an Ostern mit der Eierproduktion gemacht wird), oder die Menge könnte auch normal über das Jahr produziert werden, was aber, jedenfalls lokal, keine Abnehmer findet.

Geht man vor der ersten Vermutung aus, dann ist dies genau wie mit all den Geschäften die weihnachtsorientiert handeln. So wird auch in diese Sinne auch dem Konsumwahn gefolgt und einfach unnötig mehr konsumiert als notwendig wäre. Würde man, statt diesen Mehrkonsum aufzusparen, diesen an die Hungernden geben so könnte man den weltweiten Hunger verringern.

Geht man hingegen von der zweiten Vermutung aus, so hätte man über das Jahr ein grösseres Produktionspotential als tatsächliche produziert wird. Wenn man aber dieses Produktionspotential zusätzlich mit all den guten und dennoch weggeworfenen Waren aufsummiert so, würde dies die Theorie bestätigen, dass nur das Wirtschaftssystem für den Hunger auf der Welt schuld ist, weil eben die Möglichkeit bestehen würde, die gesamte oder jedenfalls grössere Teile der Welt zu ernähren. Das einzige Gegenargument dagegen ist ja eben einfach der wirtschaftliche Gewinn, welcher auf den Hunger angewiesen ist.

Egal, von welcher Vermutung man ausgeht, statt sich einfach einmal Gewicht anzufressen, worüber man sich später sowieso aufregt, würde es mehr Sinn machen auf diesen Mehrkonsum zu verzichten. Im besten Fall sollte der unausgeschöpfte Konsum denen die nichts haben zur Verfügung gestellt werden. Uns schadet es nicht, anderen hilft es.

 

F.J.D.

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