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27. Juli 2014 / denkendermensch

Plurale Scheinwelten

Man denkt man lebt in einer Welt. Von dieser Welt hat man ein Bild. Man glaubt diese Welt zu verstehen. Man glaubt zu wissen, warum etwas passiert oder warum etwas so ist. Das ist eine einfache gewöhnliche Wahrnehmung der Welt. Doch was passiert, wenn man plötzlich zu der Erkenntnis gelangt, dass die Welt gar nicht so ist, wie man geglaubt hat, dass sie sei? Das Vorgehen scheint einfach. Man realisiert, dass man in einer Scheinwelt gelebt hat, und entwickelt ein neues Weltbild aufgrund der neuen Erkenntnisse. Oftmals verurteilt man dann die anderen Menschen, weil sie einfach nicht verstehen, dass sie in einer Scheinwelt leben. Es sei viel zu offensichtlich, als dass man diesen Schein nicht erkennen könnte. Zugleich überlegt man sich aber nicht, ob die Welt nach den aktuellsten Erkenntnissen tatsächlich so ist, oder ob man selbst mit diesem neuen Weltbild wieder nur in einer Scheinwelt lebt. Was ist, wenn man dann auch diese Scheinwelt erkennt? Kommt man dann in die nächste Scheinwelt, und später wieder ein eine Nächste? Oder gibt es irgendwann einen Punkt, von dem man in die wahre Welt kommt? Gibt es dann überhaupt eine wahre Welt, oder ist jede menschliche Welt, wegen der beschränkten menschlichen Wahrnehmungen, eine Scheinwelt? Gibt es kollektive Scheinwelten, oder hat jeder Mensch eine eigene Scheinwelt? Könnte man dieses Phänomen der pluralen Scheinwelten auch einfach mit Platon abkürzen? Ist jede erkannte Scheinwelt nur ein Höhlenabschnitt, welchen man hinter sich gelassen hat?

 

F.J.D.

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  1. roseny / Sep 21 2014 13:53

    Gute Fragen.

    These 1) Die Welt ist erklärbar. Es gäbe eine Art Weltformel. Dieses Mechanistische Weltbild beruht auf klaren Erkenntnissen, wäre aber noch interpretierbar.

    These 2) Man schafft es, den eigenen Blickwinkel zu erweitern und kann deshalb die Interpretationen der Anderen integrieren.

    These 3) Ständige Weiterentwicklung erlaubt ständiges Werden. Letztendlich wird der Weg zum Ziel.

    These 3 kann die Ideale genannt werden, denn auch Ideal haben die Eigenschaft des „letztlich nicht erreichbar“ und bedient die Eigenschaft des Menschen, dass er eine „Beschäftigung“ benötigt, ein Ziel und Sysiphos gilt für manchen als ein glücklicher Mensch.

    Die anderen beiden Thesen gehen von einer endlichen Welt aus, die eine beruht auf Fakten (die aus mehreren Blickwinkel betrachtet werden können); die andere geht davon aus, dass die Interpretierbarkeit endlich ist. Ganz ohne Fakten kommt auch die zweite These nicht aus, aber sie benötig wesentlich weniger, weil sie sich überwiegend auf den Menschen konzentriert – vieles einfach weglässt.

    Mir scheinen die „Unendlichen“ Thesen am zutreffensten. Einfach, weil wohl das Gehirn so ähnlich arbeitet und ständig alle Fakten auf Tauglichkeit prüfen lassen will, wird der Mensch am besten mit dieser Interpretation zurecht kommen.

    Der erste Sinn des Lebens ist das Leben selbst. Der zweite, die Gruppe bzw die Menschheit leben lassen. Bereits hier beginnen Wahrheit und Interpretation weit auseinander zu driften:

    Wir gehen davon aus, dass es verwerlich ist, einen Menschen der eigenen Gruppe zu töten, doch die meisten Menschen werden wegen Leidenschaft und so ermordet, diese Opfer sind Mitglieder, der eigenen Gruppe. Vernünftig wäre es, keine Menschen zu ermorden und die Welt zu erhalten. Doch der Mensch ändert lieber die Welt und setzt auf Egoismus und Umweltverschmutzung – freilich nur in der Wirtschaft.

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