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30. Mai 2014 / denkendermensch

Symbolenparanoia

Symbole prägen unser Leben, überall gibt es Symbole. Manche Symbole wurden gesetzlich definiert, diese sieht man im Strassenverkehr. Diese Symbole haben eine fixe Bedeutung, entweder sind es Gebote, Verbote, Warnhinweise oder allgemeine Hinweise. Auf alle Fälle kann man die Bedeutung eines Symbols eindeutig feststellen. Im Gegensatz zu diesen Symbolen kommen noch die verschiedensten anderen Symbolen dazu. Ebenfalls gibt es Gestiken mit einem mit einer symbolischen Bedeutung. Doch genau hier gibt es ein Problem, diese Symbole sind nicht eindeutig definiert.  Ein einfaches Symbol kann mehrere Bedeutungen haben. So kann ein Dreizack ein Symbol des Teufels oder auch ein Symbol der Macht bei Poseidon sein. An sich spielt dies keine Rolle, es ist ja jedem frei in die Symbole hineinzuinterpretieren, was er will. Doch es lässt sich auch etwas anderes Beobachten. Es gibt Menschen, die krampfhaft in allem ein Symbol für für das „Böse“ sehen. Man kann hier fast von einer Paranoia sprechen. Es gibt gewisse Leute, die überall Freimaurer, Faschisten, Satanisten oder was es sonst noch gibt, sehen. An sich ist es den Menschen frei zu machen und zu denken was sie wollen, solange die niemand anderes Beeinträchtigen oder Schädigen.

Aber dann kommt die Perversion. Es ist ja in Ordnung, wenn man eine Einstellung, eine Denkweise nicht mag und sachlich kritisiert. Aber wenn man diese Denkweise verachtet und zum Hass, zu Widerstand und zum Kampf dagegen aufruft, dann ist etwas anderes. Aber es geht noch weiter. Schlussendlich wird diese Denkweise praktisch kriminalisiert und jegliche Symbolik sogar tatsächlich verboten. „Die Gedanken sie sind frei.“  Niemand darf anderen Vorschreiben, was man zu denken hat, jeder darf denken, was er will. Selbst das Veröffentlichen dieser Meinung ist durch die Meinungsfreiheit geschützt. Es muss natürlich eine Meinung sein, Hasspredigten und Beleidigungen sind etwas anderes.  Aber sowohl die Qualität wie der Inhalt der Meinung darf beliebig sein. Da gibt es keine Schranken. Das Denken wird da konkludent mit geschützt, denn ohne freies Denken, kann man sich keine freie Meinung bilden.

Dann kommt aber die noch heiklere Thematik, bezüglich Symbolen. Symbole, die mit dieser Thematik zusammenhängen, werden gesetzlich verboten. Hier nützt es auch nicht mehr um den heissen Brei herumzureden, denn dafür kommen nur noch die Symbole des Nationalismus infrage.
Ich möchte hier etwas klarzustellen. Ich sympathisiere in keinster Weise mit dem Nationalsozialismus. Ich befürwortete auch in keinster Weise die Tötung oder Misshandlung eines Menschen.  Ich bin gegen jeglichen Hass gegenüber anderen Menschen. Jegliche Unterstellungen, die etwas anderes behaupten, basieren auf purer Verleumdung. Heutzutage reicht es ja die öffentliche Meinung ein wenig zu kritisieren und schon wird man unbegründet mit diesen Gruppen in Verbindung gebracht.
Zurück zum Thema. Diese Symbole wurden strafrechtlich verboten. Die Konsequenzen sind einfach, jegliches Symbol oder jegliche Gestik in diesem Zusammenhang wird bestraft. Wenn man da der Hintergrund in Kopf hat, dann ist dies durchaus verständlich. Aber nicht bedacht wurde die gewöhnliche Anwendung dieser Symbole und Gestiken, welche im Motiv nicht vom Nationalsozialismus unterschieden werden können.

Betrachtet man beispielsweise die Swastika, so ist dies „Das Symbol“, welches verboten ist. Nun gibt es aber viele andere Situationen, wo dies entweder einfach einen praktischen Nutzen erfüllt oder eine andere Bedeutung hat. In China steht es für die Unendlichkeit oder für die Sonne, in Japan steht es für auch als Zeichen des Buddhismus oder in Indien ist es ein Glückssymbol.  Dann gibt es Modehäuser, deren Kleiderständer diese Form haben und das hat rein praktische Gründe, denn runde Ständer sind unpraktisch also werden besser quadratische Ständer benötigt. Damit aber die Kleider auch aufgeschoben werden können (statt Mühsames umhängen), müssen sie geöffnet sein, das bedeutet aber, dass sie andere anderen Seite befestigt werden müssen, was dann die Swastikaform bedingt. Betrachtet man die Kleider, die an solchen Ständern hängen, so kann man sie hängend bereits von mehreren Seiten betrachten, was in der Vermarktung der Ware von Vorteil ist. Zu diesen Beispielen gibt es zwei Beobachtungen.
Diese Verwendungen der Swastika werden wohl auch unter das Verbot fallen, da niemand tatsächlich unterscheiden kann, was damit gemeint ist. Dann es gibt gewisse Leute, die wirklich paranoid sind und in diesen Symbolen sofort den Nationalsozialismus sehen, obwohl es damit überhaupt nichts zu tun hat. Die wenigsten werden dieses indische Glückssymbol auch als solches auffassen. Zu allem Übel wird dieses verboten, weil jemand diesem Symbol eine andere Bedeutung gegeben hat und unter diesem Symbol Verbrechen begangen hat. Es wäre interessant zu erfahren was wir heute machen würden, wenn Hitler das Herz ausgewählt hätte. Wäre heute dann tatsächlich das Symbol für die Liebe verboten?

Für den Hitlergruss werden immer zwei Varianten dargestellt. Einmal ist es der nach oben gestreckte Arm und einmal  ist dabei der Ellbogen angewinkelt. Es stellt sich jetzt die Frage wie man dies von anderen gleicher Gestikulation unterscheiden soll. Beispielsweise von Grüssen beim Autofahren durch das Heben der Hand, beim Abstimmen durch Aufstrecken oder beim einfachen Melden  durch Aufstrecken in der Schule. Rein logisch müsste dies alles unter das Verbot fallen, denn diese alltägliche Bewegung kommt dem Hitlergruss nahe, wenn es ihm nicht sogar entspricht.

Spätestens nach diesem zweiten Beispiel stellt sich die Frage nach dem Sinn dieses Verbotes, denn was mit dem Symbol gemeint ist, weiss nur derjenige, der dies auch tatsächlich ausführt. Die straffreie Verwendung kann nicht davon abgegrenzt werden.

Aber hier hört es ja nicht auf, jedenfalls von den Symbolen her, denn die strafrechtliche Betrachtung hat zum Glück wenigstens noch Grenzen. Bei den Symbolen gibt es praktisch eine unbegrenzte Vielfalt. Es gibt gewisse Marken, gewisses Aussehen, gewisse Buchstaben, gewisse Zahlen und vieles mehr, was alles damit assoziiert wird. Die Leute reagieren dabei oftmals panisch und sehen wirklich in allem ein Zeichen für Nazianalsozialisten.

Ein relativ bekanntes Beispiel ist ja auch das Quenellel. Es ist eine einfache Gestik des Widerstands gegen die aktuelle Politik gegen das Volk. Es soll zu Ausdruck bringen, dass es genug ist, dass die Bürger nicht länger wie Sklaven behandelt werden wollen. Was passiert? Es war fast zu erwarten, irgendwelche paranoiden Leute haben dieses Symbol ungerechtfertigterweise dem Nazianalsozialismus zugeordnet.

Betrachtet man heute die Terrorpropaganda der westlichen Staaten, so stellt man fest, dass auch da stark mit Symbolen gearbeitet wird. Es werden gewöhnliche harmlose Symbole unter anderem auch religiöse Symbole verwendet und damit Angst und Terror assoziiert. Auch gibt es wirklich paranoide Leute, die überall in jeglichen Symbolen den Terrorismus sehen.

Abschliessend lässt sich sagen, dass in praktisch jedem Symbol das Böse versteckt ist, egal ob man dies wahrnimmt oder nicht. Aber doch darf man nicht vergessen, dass diese Symbole immer auch eine andere und oftmals positive Bedeutung haben. In dem Sinne bringt es nichts, besessen in allem das Böse zu suchen, weil wer sucht, der findet auch. So bringt es auch nur wenig die bösen Symbole zu verbieten, weil alle gute Bedeutungen dahinter auch verboten werden und das völlig zu unrecht. Vielmehr sollten die tatsächlich bösen Handlungen verboten werden (was sie ja bereits sind).

 

F.J.D.

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  1. littletraitor / Mai 30 2014 20:17

    Da haben Sie vollkommen Recht. Um ein wenig abzuleiten, mit einem Messer können Sie sowohl einen Menschen töten, wie auch Brot schneiden. Die böse Handlung wird bestraft, und natürlich nicht das Brotschneiden. 😉

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