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26. April 2014 / denkendermensch

Problematik der exakten Begriffswahl

Die kulturelle, politische, gesellschaftliche religiöse und sprachliche Entwicklung der Menschen führen zu einer Verallgemeinerung, Entwertung und Mehrdeutigkeit der Wörter. Niemand zweifelt, dass wenn es um Definition von grossen und offenen Begriffen geht, dass diese komplett verschieden sein können. Doch diese Entwicklung hat bereits die Alltagssprache erreicht. Literarisch bietet dies neuen Spielraum, doch wenn man versucht exakt zu schreiben, stösst man auf grössere Probleme. Hier lassen sich zwei Hauptproblemquellen identifizieren.

Die Begriffe können zu offen oder vieldeutig sein, dass man selber nicht weiss, wie dieser Begriff verstanden wird. Für dein einen hat es die Bedeutung X, für den anderen die Bedeutung Y und für wieder andere die Bedeutung Z. Dazu kommen noch alle Zwischenpositionen, die unterschiedlich nahe bei den einzelnen Bedeutungen sind. Noch schöner wird es, wenn es um fundamentale Diskussionen geht, bei der jeder Partei den gleichen Begriff verwendet, ihm aber eine andere Bedeutung gibt. Das sind dann die heissen politischen Diskussionen wo man am Ende keinen Schritt weiter ist, weil die Beteiligten jeweils nebeneinander vorbeigesprochen haben.
Um dies zu umgehen ist es notwendig, die Begriffe von Anfang an zu definieren. Wenn die Definition einmal steht, so ist dieser Begriff auch im Sinne dieser Definition zu verwenden. Begriffliche Unstimmigkeiten und Missverständnisse werden beiseite geräumt. Wenn es dann etwas am Begriff zu kritisieren gibt, dann ist es entweder die nicht definitionsgemässe Verwendung oder die Definition selber.

Dann gibt es den Fall, man glaubt es kaum, der Begriffslosigkeit. Das sind Fälle in denen ein vorhandener Begriff ungeeignet ist oder wo es gar keinen Begriff gibt. Der erste Fall tritt vermutlich häufiger auf. Hier hat der Begriff einen ungewollten negativen Beigeschmack. Dies kann verschiedene Ursprünge haben. Oftmals wird der Begriff zu oft und zu inflationär verwendet. Dann kann der Begriff durch staatliche Propaganda stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Weiter kann auch, durch die Religion oder der Gesellschaft, der Begriff in eine unstimmige Bedeutung geschoben werden.
Das Problem ist eben nicht, dass der Begriff verschiedene Bedeutungen hat, sondern dass die von Autor gewollte Bedeutung im Regelfall von der anderen, meist negativen, Bedeutung überlappt wird. Hier kann man natürlich auch versuchen mit einer Definition diesen Begriff abzugrenzen, aber der, meist schlechte, Ruf des Begriffs bleibt im Hintergrund.
Hier wäre es, wie bei der Situation wo es keinen Begriff gibt, von Vorteil einen neuen, eigenen Begriff zu definieren. Dies kann zwar mehr Aufwand erfordern, aber schlussendlich hat man genau einen Begriff, der genau die Bedeutung hat, die man braucht.

 

F.J.D.

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