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3. August 2013 / denkendermensch

Schizophrenie

Ist jeder Mensch schizophren? Menschen verhalten sich oftmals in verschiedenen Situationen unterschiedlich. Am klarsten sieht man es am Verhalten in der Gesellschaft, welches oftmals komplett vom Verhalten im Privaten abweicht. Beispielsweise im Berufsleben, wo Härte und Durchsetzungsvermögen benötigt wird, rücken Gefühle in den Hintergrund. Aber dann gibt es ein Privatleben, wo man ungestört sich selbst sein kann, ohne sich an gesellschaftliche Normen halten zu müssen. Man kann dort die Gefühle frei ausdrücken, man kann sich frei bewegen und man muss seine inneren Impulse nicht unterdrücken. Man ist sozusagen frei.

Verursacht also die Gesellschaft eine Schizophrenie? Die Gesellschaft zwingt den Menschen, ein gewisses Verhalten an den Tag zu legen. Dementsprechend verhält er sich anders, als im ungezwungenen Privatraum. Dies hat irgendeinen persönlichen Grund.

Faktisch ist es oft so, dass eben in der Gesellschaft keinen Platz für Gefühle ist. Doch was sind Gefühle? Gefühle können als Ausdruck der Seele verstanden werden, als ein Ausdruck, wie man sich im inneren fühlt. Doch eben in der Gesellschaft sind Gefühle nicht erwünscht. Sie werden immer als Zeichen von Schwäche verstanden. Doch sind sie das?

Ist es nicht eher eine Schwäche, wenn man nicht zu seinen Gefühlen stehen kann? Der Mensch, der fühlt, ist sich in dem Moment am nächsten. Ist es möglich, dass das differenzierte Verhalten auf die Unterdrückung von Gefühlen rückführbar ist? Etwa weil man Angst hat, gesellschaftlich als „Weichei“ abgestuft zu werden? Machen eben deswegen einige Menschen Mobbing, um von sich und der eigenen Schwäche abzulenken, um sich in eine Hülle zu verstecken bei, der man nach aussen stark erscheint? Individualität spielt da eine grosse Rolle. Opfer sind meistens zu einer Gruppe individuell. Das bedeutet, die Gruppe hat eine gewisse Gemeinsamkeit oder Uniformität, und das Opfer hat keine Verbindung zur Gruppe, es ist also individuell. Aus Selbstschutz, da die Täter sich vom Opfer, das anders ist, bedroht fühlen, schaffen sie sich eine künstliche Hülle, um von der eigenen Unperfektheit abzulenken. Um sicherzustellen, dass man besser als die neue Bedrohung ist, wird dann das Opfer gemobbt. Nicht mitmachen, Mitgefühl zeigen oder sich sogar um das Opfer kümmern, wird von der Gruppe nicht gewünscht. Dementsprechend werden die Gefühle unterdrückt und ein gruppenkonformes Verhalten ausgeübt, damit man ja nicht aus der Gruppe ausgeschlossen wird.

Im grossen läuft es nicht anders ab. Als Mitglied einer Gesellschaft versucht man Fremde zu meiden, da sie unbekannt und somit gefährlich sein könnten. Und wenn die Gesellschaft ein Feindbild hat, dann wird dies mitgetragen, weil man sonst selber zum Feind werden könnte.

Man kann sagen, wenn man individuell oder eben anders als die Gesellschaft ist, dann erleidet man Nachteile. So machen auch viele Menschen Schönheits-OPs, weil sie Angst haben durch ihre Individualität benachteiligt zu werden. Für solche Fälle gibt es die Uniformität, um alle Menschen gleich zu stellen, da so niemand individuell ist. Somit wäre auch niemand potentiell Gefährlich, und ein friedliches Zusammenleben könnte möglich sein.

Doch der Menschen ist ein Individuum. Jeder ist unterschiedlich und jeder hat stärken und schwächen. Deshalb soll jeder Mensch so sein, wie er ist. Ein gesellschaftliches Verstellen, um die Uniformität zu erreichen, schafft, nur Unglück, da man durch diese gezwungene Schizophrenie zu einer anderen Person wird, die man nie sein wollte.

Die Gesellschaft möchte glauben lassen, dass man immer nach dem Perfekten streben soll. Das Perfekte soll die Uniform für alle sein. Doch das Perfekte verhält sich wie die Unendlichkeit, man kann sich ihr annähern, aber man wird sie nie erreichen. Deshalb sollte der Mensch nie das Perfekte anstreben, denn so wird er nur enttäuscht.

Wenn die Perfektion aber, nicht mehr das obere Ziel ist, kann man sich auch mit weniger zufriedengeben und man ist schneller mit sich zufrieden. Man muss sich nicht mehr bedroht fühlen, da man sowohl von sich, wie auch von anderen, keine Perfektion erwartet. Wenn dann auch die Erwartungen, dass man gefühlslos-rational sein muss, fallen, dann steht den Gefühlen in der Gesellschaft nichts mehr im Weg.

Wenn allgemein die Erwartungen betreffend dem Verhalten in der Gesellschaft sinken, dann kann die gesellschaftliche Schizophrenie behoben werden und jeder Mensch wieder Mensch sein.

F.J.D.

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